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Jürgen Wittke

geb. 1958 in Köln
1980-1987 Studium der Sonderpädagogik/Kunsttherapie mit Schwerpunkt Fotografie
seit 1982 Ausstellungen und Performances
1985 Gründung von STUDIO 2, seitdem als Fotodesigner tätig
seit 1998 div. Lehraufträge im In- und Ausland
2003 Studioumzug nach Kusterdingen
2007 Gründung von waldhorn.fotografie
lebt in Köln und Kusterdingen

Seit Wittke fotografiert, leiten ihn folgende Fragen: Was zeigt sich, wenn man Dinge ins Licht setzt? Was verdeckt man möglicherweise dadurch? Verdeckt/versteckt man vielleicht sogar mehr als zu zeigen? Diese Fragen wurden in Fotoaktionen, Selbstdarstellungen und Performances bis in die späten achtziger Jahre bearbeitet. Mit Beginn der neunziger Jahre wandte sich Wittke verstärkt der Fotografie der Dinge zu. Er entwickelte eine Technik, die es ihm ermöglicht, eine Art positives Negativ herzustellen. Dies gelingt ihm, indem er während seiner Aufnahmen den Lichtverlauf umkehrt. Dieses Verfahren ist einzigartig. Licht deckt zu und Schatten leuchtet. Hiermit gelingt es ihm, die nie gesehene Seite der Dinge zu zeigen. Er zeigt eine Realität, die den Dingen zwar anhaftet, aber nur mit seiner spezifischen Art der Fotografie auch ins Bild gelangt. So können die Dinge des Alltags in den Fototableaus neu gesehen werden, denn sie zeigen eine Welt UNTER DEM SCHATTEN.

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Bernadette Wolbring

geb. 1975 in Zwiesel
Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Slade School of Fine Art London
seit 2009 Dozentin an der Merz Akademie Stuttgart
lebt in Stuttgart

Wolbrings jüngste Bildserien thematisieren die fotografische Reproduktion von Gemälden; so scannte sie bei ihrer Serie „de kamer“ fotografierte Gemälde Vermeers aus Katalogen ein und bearbeitete sie anschließend am Computer: sie entfernte Personen und Objekte, schloss die Lücken, druckte die Fotos aus und bastelte daraus dreidimensionale Modelle des Raumausschnitts, die wiederum gemäß der vom Maler festgehaltenen Situation beleuchtet, mit einer „Camera Obscura“ auf eine Glasscheibe projiziert und dann mit einer analogen Kamera abfotografiert wurden.

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Thorsten John Wolf

geb. 1968 in Speyer / Rhein
lebt in Kirkel / Saarland

Aus der gegenständlichen Reportage- und Pressefotografie heraus machte sich Thorsten John Wolf als Gegenpol die Abstrakte Fotografie zu eigen. In ihr widmet er sich generell dem Konflikt als einem Grundbestandteil menschlicher Existenz, wobei auch Eindrücke aus Aufenthalten in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan oder Bosnien einfließen und verarbeitet werden.
Xabu Iborian

geb. 1963 in Berlin
Studium der Architektur an der TU Berlin
lebt in Berlin


Xabu Iborians Form der abstrakten Fotografie ist insofern Fotografie in technischer Hinsicht, als sie sich des Werkzeugs Fotoapparat sowie genuin fotografischer Verarbeitungsmethoden bedient. Der eigentliche Prozess des Fotografierens, die Wahrnehmung des Motivs, die Führung der Kamera, haben jedoch weit mehr mit den Beziehungen zu tun, die sich zwischen Hand, Auge und Wahrnehmung während des Malens oder Zeichnens entfalten, als mit klassischer Fotografie. Denn die abstrakten Situationen sind nicht inszeniert, vielmehr ergibt sich die Abstraktion bzw. die Transformation der gewählten Situation allein durch die Einstellung der Kamera und deren freie, „entfesselte“ Bewegung während des Fotografierens.
Das eigentliche Motiv entsteht somit erst durch den Akt des Fotografierens selbst. Jede Aufnahme hält dementsprechend ein einzigartiges und niemals in gleicher Weise zu wiederholendes Ereignis fest. Sie wird als RAW-„Negativ“, entsprechend analoger Entwicklungsmethoden entwickelt, anschließend findet jedoch keine weitere Bearbeitung statt. Der unikale Fotoabzug wird vom Künstler selbst in Form einer „Digigraphie“ unter dem Signum „BerHWolf“ erstellt, sodass der gesamte Workflow, von der Aufnahme bis zum fertigen Abzug, in seinen Händen liegt.

Website

Robert Zahornicky

geb. 1952 in Wien
1988 Arbeitsstipendium der Stadt Wien
1991 Rom-Stipendium BMUK
1994 Staatsstipendium für künstlerische Fotografie
1994 Theodor-Körner-Preis für Fotografie
1996 London-Stipendium, Bundesministerium für Wissenschaft und Kultur
2000/2001 New-York-Stipendium
2000 Förderungspreis für künstlerische Fotografie
2004 Paris-Stipendium, Bundeskanzleramt, Sektion Kunst
Anerkennungspreis Medienkunst des Landes Niederösterreich
lebt in Pressbaum / Niederösterreich

Die prekäre Beziehung zwischen Wirklichkeit und fotografischem Abbild ist eine der maßgeblichen Leitlinien im Werk von Robert Zahornicky. Eine besondere Rolle spielt dabei das fotografische Material selbst. Zahornickys Reflexion der uns umgebenden Wirklichkeit macht auch nicht vor der Analyse des Fotomaterials, das ihm als künstlerische Grundlage dient, Halt. Die Frage nach der Einschreibung einer Sache auf der lichtsensiblen Oberfläche in Zusammenhang mit seiner Form der Darstellung gehört zum Kern seines Werks.

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