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Christian Schad

geb. 1894 in Miesbach, gest. 1982 in Stuttgart

Während die „
Fotogramme“ László Moholy-Nagys, die Rayogramme“ Man Rays und die „Schadogramme Christian Schads hinsichtlich ihrer Technik der direkten Belichtung lichtempfindlichen Materials übereinstimmen, weisen sie in ihrer konkreten Vorgehensweise durchaus Unterschiede auf: so arbeitete Schad mit Tageslichtpapieren, die im Sonnenlicht entwickelt wurden, sodass im Gegensatz zur Arbeit in der Dunkelkammer der Lichteinfall nicht kontrolliert werden konnte, was sich wiederum auf Tiefenwirkung und Dynamik der Ergebnisse auswirkte.

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Elke Schmalfeld

geb. 1964 in Nürnberg
Studienaufenthalt in London, Ausbildung zur Industrie- und Werbefotografin, Studium als Kommunikationswirt (BAW), Kunst-Studium an der Faber-Castell-Akademie, Stein
Internationales Künstler-Stipendium „Arts at the Baltic Sea“ in Kühlungsborn, Ostsee
lebt in Nürnberg

Elke Schmalfeld gibt der Wirklichkeit über die Fotografie hinaus eine neue Dimension. Erlebte Alltagssituationen werden verfremdet, gestrafft, auf das Wesentliche reduziert und erhalten damit eine neue Aussage. Die Bilder sind einerseits Momentaufnahmen, andererseits zeitlose Kompositionen aus Form und Farbe, die, losgelöst von der tatsächlichen Erlebniswelt, eine ganz eigene Ästhetik ausstrahlen. Die Bildsprache der Künstlerin ist eine Symbiose aus Foto-Composing, Verfremdung und der digitalen Entsprechung traditioneller Dunkelkammertechniken. Die Verbindung von digitaler Kunst und traditioneller Malerei machen ihr Werk zu einer Besonderheit.
Eva Schmeckenbecher

geb. 1977 in Tübingen
Studium an den Akademien der Bildenden Künste Stuttgart und Nürnberg
lebt in Stuttgart

Mit ihren so genannten „
Fotocuts“ befreit Schmeckenbecher konventionelle Fotografien nicht etwa durch nachträgliche digitale Bildbearbeitung, sondern durch manuelles Herauslösen einzelner Bildpartien vom fotografierten Gegenstand, sodass von der Künstlerin gezielt ausgewählte und stehen gelassene Bildfragmente wie in einem neutralen Raum zu schweben scheinen.

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Eva-Maria Schön

geb. 1948 in Dresden
Lehre für Fotografie bei Lore Bermbach in Düsseldorf
Studium an der Fachhochschule Düsseldorf und der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf
1982 Villa-Romana Stipendium
1983/84 Karl Schmidt-Rottluff Stipendium
1986 Künstlerhaus Bethanien Berlin
1997 Art / Omi Residency New York / USA
1999 International Artists in Residence, Guernsey / GB
2003 Artist in Residence, Shenzhen Fine Art Institut / China
Gastprofessuren an der Hochschule der Künste Berlin, an der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Kunsthochschule Kassel
lebt in Berlin

Schöns u.a. 2007 in der Pinakothek der Moderne München ausgestellte Fotogramme zeichnen mit Licht, mit Chemie, mit der Hand Bewegung auf: Der Tastsinn schafft dabei Grautöne, die in der Dunkelkammer noch unsichtbar sind. In der präparierten Schicht des Papiers liegt das Silber verborgen. Das kurze Innehalten der Finger, die Vibration markiert die Sekunden. Dort, wo die Hand liegt, versperrt sie dem Licht die Sicht auf das Fotopapier. Nach der Entwicklung bleibt ein Abdruck der Bewegung, und es bleibt der Umriss der Hand - wie die Spur einer gerade vergangenen Handlung. Bei Schöns Installationen mit Fotopapieren werden hunderte von verschiedenen Schwarz/Weiss-Fotopapieren über und neben einander gelegt dem Tageslicht ausgesetzt. Die Papiere zeigen je nach Fabrikat verschiedenste Farbtöne, belichten sich übereinander mit ihren Schatten, entfalten ihre Farben, die wir sonst nie wahrnehmen konnten, da der Entwicklungs- und Fixierprozess sie zum Schwarz/Weiss-Papier machte.

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Jens Schumann

geb. 1982 in Pirna bei Dresden
Studium der Visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie an der FH Dortmund
lebt in Berlin

Schumanns Arbeiten sind Ergebnisse einer experimentellen, konzeptuellen sowie spielerisch-freien Auseinandersetzung mit Fotografie in all ihren Facetten, wobei je nach Sujet vorwiegend abstrahierte, minimalistische, grafische, aber auch abbildend sachliche Werke entstehen, die auf Experimenten und Studien mit Bewegungen von Kamera oder Objekten, Langzeitbelichtungen, Überlagerungen und digitalen Collagen beruhen.
Benjamin Söhnel

geb. 1980 in München
lebt in Freising

Bei Söhnels Videorückkopplungskunst wird eine digitale Videokamera auf den Monitor ausgerichtet, an den sie außerdem angeschlossen ist. Dieser Kreis erzeugt das bekannte Bild in Bild Phänomen. Zwei Spiegel werden einander gegenüber aufgestellt. Ein Objekt zwischen den Spiegeln wird dann wie in einem Tunnel unendlich reflektiert. Beim Videosignal kommt noch hinzu, dass Interferenzen entstehen. Diese erzeugen abstrakte Muster in Bewegung, welche der Künstler mit Hilfe von digitaler horizontaler Spiegelung und Verstärkung oder Invertierung der Farben zu fesselnder Videokunst umwandelt.

Söhnels Digitalkunst schichtet zunächst mit Hilfe von Software algorithmische Muster auf unterschiedliche Weise übereinander, sodass eine komplexe Struktur entsteht, die dann zum Teil wieder aufgelöst wird. Es bleibt ein Gerüst, welches der Künstler weiterbearbeitet und mit einer speziellen Oberflächentextur und Tiefe versieht. Zwischendurch werden die Farben eingestellt. Jede Oberfläche (Surface) - so nennt der Künstler seine Werke - funktioniert bzw. erhält ihre spezielle Wirkung nur mit ganz bestimmten Farben. Zum Schluss werden die Werke geglättet und poliert, was den Bildern einen besonderen Glanz verleiht und das Material betont.

Virtual Exhibition
Kirk Sora

geb. 1976 in Celle
Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
lebt in Thandorf bei Lübeck

Soras Kunst ist eine konsequente Weiterentwicklung Piktoraler Fotografie und zugleich eine Fortführung Abstrakter Malerei mit fotografischen Mitteln unter dem Primat der Farbe, wobei farbig bemalte Objekte unscharf fotografiert werden, sodass die Eigendynamik von Farbe in einem mit den Möglichkeiten von Malerei nicht erreichbaren Maß gesteigert wird.

Website / Bildserie / Digitaler Katalog
Publication
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Otto Steinert

geb. 1915 in Saarbrücken, gest. 1978 in Essen

Steinert experimentierte im Rahmen seiner „
Subjektiven Fotografie“, die Fotografie von ihrer Zweckgebundenheit des Abbildens befreien und zu einem künstlerischen Schöpfungsakt erheben wollte, mit Techniken wie Langzeitbelichtung, Negativmontage, Solarisation, Fotogramm und Luminogramm, wobei sich seine Arbeiten durch ein kontrastreiches Hell-Dunkel und ein Spiel mit Unschärfen auszeichnen.

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Carl Strüwe

geb. 1898 in Bielefeld, gest. 1988 in Bielefeld

Der Grafiker und Fotograf Carl Strüwe zählt zu den Pionieren der künstlerischen Mikrofotografie; mit seinem Werkkomplex Formen des Mikrokosmos (1926–1959) nahm er im Laufe der Zeit an den fotografischen Stilen der Neuen Sachlichkeit, des Neuen Sehens oder der New-Landscape-Bewegung in den USA teil. Im Hinblick auf die Subjektive und Experimentelle Fotografie im Europa der 1950er setzten seine Arbeiten wegweisende Akzente. Aus heutiger Sicht betrachtet, sind die „Formen des Mikrokosmos“ ein hervorragendes Paradigma für eine Grenzüberschreitung von „künstlerischer“ und „wissenschaftlicher“ Fotografie, die bereits im 19. Jahrhundert beginnt, aber auch für die Entwicklung einer Kunstproduktion mittels Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts; darüber hinaus spiegeln sich in den Mikrofotografien grundsätzliche Fragen des Umgangs mit der Fotogeschichte wie auch die Visualisierung von Wissen wider; thematisiert wird ebenso die Beziehung zwischen Dokumentation, Abstraktion und Inszenierung, sowie die technischen Bedingungen des Mediums und die Rolle des Betrachters.

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Subhash

geb. 1957 in Wien
Studium der Künstlerischen Schrift und Buchgestaltung an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien
lebt in Schwarzenau / Österreich

Die Serie „Still living beings“ kreist um scheinbare Ruhe und verborgene Rhythmen. Die Grenze zum Videofilm wird aufgeweicht, das Sehen von Moment und Standpunkt befreit. Mehrere Perspektiven fließen ineinander - schon in der Kamera - und Zeitpunkte werden zu Zeittümpeln. Dokumentation wird zugunsten von Impression vermieden. Die Fotografien sind oft monochrom gestaltet; das kommt nicht von ungefähr, sondern folgt langen Jahren in der SW-Dunkelkammer und einer erneuten Beschäftigung mit diesem Teilbereich der Fotografie.

Publication

Website / Bildserie / Video

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