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Timo Kahlen

geb. 1966 in Berlin
Studium an der Hochschule der Künste Berlin
lebt in Berlin

Seit den 1980er Jahren entwickelt Timo Kahlen eine prozesshafte, vergängliche Form der „Phosphor-Photographie“, die flüchtige, veränderliche, sich über mehrere Minuten verwandelnde, zart leuchtende fotografische Nachbilder erzeugt. Für eine andere, raumbezogene Bildserie errichtete er eine monumentale steinerne Camera Obscura, die - in Form abstrakter, vom Licht gesättigter, schwarzer Lichtfelder auf großformatigen Papiernegativen -  über Tage und Monate hinweg den Himmel über der Kamera fotografisch festhielt, während gleichzeitig das fotografische Bild durch die sich in der Kamera bildende Feuchtigkeit, Bakterien, Flechten und Pilze zersetzt und aufgelöst wurden. Ausgehend von diesen frühen Experimenten zur Prozesshaftigkeit des fotografischen Bildes, arbeitet der Medienkünstler seit mehr als 25 Jahren intermediär und raumbezogen, mit verschiedensten ephemeren und veränderlichen Medien: wie Wind und Dampf, Licht und Schatten, Geräusch, Vibration und Klang.

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Peter Keetman

geb. 1916 in Elberfeld, gest. 2005 in Marquartstein

Keetman formte Reihen mit systematischem Anspruch und führte so die Subjektive Fotografie zu einer bis dahin unbekannten Präzision. So trat das Bild spiegelnder Wassertropfen auch als Werk mit Öltropfen auf, wobei jeder Tropfen wie ein kleines Relief aus Stahl wirkt. Seine wesentliche Leistung auf dem Gebiet der Subjektiven Fotografie sind die 1951 entstandenen Aufnahmen zirkulierender Lichtbahnen im dunklen Raum. Diese Lichtpendel-Schwingungsbilder stehen für eine abstrakte Fotografie, die sich durch Sachlichkeit und Serialität auszeichnet.

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Michel Kessler

geb. 1992 in Basel
2012 Teilnahme an der „photo12“ in Zürich
2012 Premiere des Experimentalfilms „Hypothesis“ in Zürich
2012/2013 Praktikum beim Architekturbüro Herzog & de Meuron
2013 Beginn des Architekturstudiums an der ETH Zürich
lebt in Basel und Zürich

Die abstrakten, scheinbar sujet-losen Bilder Kesslers stehen in enger Verbindung mit seinen gegenständlichen Arbeiten. In der aktuellen Serie „Reverse“ verfremdet er unmittelbar erkennbare Bilder, indem er den Helligkeitswert jedes Pixels in den entgegengesetzten Wert auf einer über 250-stufigen Farbwerteskala konvertiert. Das Resultat zielt darauf ab, eine akzeptierte Wirklichkeit herauszufordern und ein hypothetisches Denken jenseits des sichtlich Wahrnehmbaren zu provozieren, das gleichzeitig ein Nachdenken darüber, was nicht da ist, sein sollte.
Karin Kieltsch

geb. 1961 in Leonberg
Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
2001 Auszeichnung beim Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie
lebt in Karlsruhe

Kieltsch interessiert ein weites Spektrum an Motiven, die sie in der sichtbaren Welt fotografierend findet. Ihre Kompositionen mit unbedeutenden Gegenständen, wie auch die Sicht auf vorhandene Erscheinungen in Natur und gebauter Umgebung sind bestimmt durch die immer gültigen Parameter: Auswahl und Ordnung von Gesehenem sowie Konzentration und Stille als elementare Bestandteile der Gestaltung und deren Wirkung. Die Bescheidenheit der eingesetzten Mittel ist dabei ein Wesentliches.

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R.J. Kirsch

geb. 1959 in Kirchen/Sieg
Studium an den Kölner Werkschulen, u.a. bei Wewerka, Spörrie und Dank
Abschluss in Malerei bei Prof. F. Dank
lebt in Köln

Technische, virtuelle Bilder sind Schattenbilder. Sie entstehen durch die Anwendung des Prinzips der Projektion von Licht oder den Eigenschaften des Lichtes verwandter Phänomene. In der Auseinandersetzung um das Verhältnis von Malerei und technischen Bildmedien wurde für den Kölner Maler R.J.Kirsch die Inszenierung von Schattenbildern zum zentralen Arbeitsprinzip. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war es der Bauhaus-Künstler Laszlo Moholy-Nagy, der das Fotogramm als Kunstform etablierte. Nach 1945 wurde das Fotogramm von „experimentellen“ Fotografen stetig weiterentwickelt. Kirschs Arbeit fügt sich in diese Tradition ein, entzieht sich aber auch Erwartungen, die üblicherweise mit dem Prinzip des Fotogramms assoziiert werden: Seine Fotogrammarbeiten sind filmisch angelegt, reflektieren den medialen Arbeitsrahmen, erzeugen durch kontinuierliche Bewegung der beschattenden Objekte einen Film, entwickeln also den gestalterischen Prozess in der Zeit. Und sie reagieren auf den Raum. Die Objekte liegen nicht flach auf dem Papier, sondern befinden sich  vor dem lichtempfindlichen Material. Die Physik farbiger Schatten erlaubt es ihm zudem, Fotogramme mit erstaunlichen Farbnuancierungen zu erstellen. Dabei ist die Arbeitsweise ebenso simpel wie verblüffend. Die vor dem lichtempfindlichen Papier positionierten Objekte werden von punktförmigen Lichtquellen in den drei Grundfarben angestrahlt. Die gleichzeitig daraus resultierenden Schattenbilder überlagern sich, Licht, Halbschatten und Kernschatten erzeugen ein vollfarbiges Schattenbild. Über die Realisationen auf Papier hinaus erweitert sich das stehende Schattenbild zu einem Schattenfilm, wie er bereits 1999 zum ersten Mal in der Ausstellung „PHANTOM“ im Museum Albstadt präsentiert wurde.

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Peter K. Koch

geb. 1967 in Köln
Studium Produktdesign an der Hochschule Niederrhein
lebt in Berlin

Bei seiner Bildserie „
No-Form-System“ faltet Koch bedrucktes oder farbiges Papier unterschiedlicher Herkunft, um es anschließend einzuscannen, zu vergrößern und als Piezo-Pigmentdruck auszudrucken, sodass Faltungen, Risse und Strukturen im Bild konserviert bleiben.
Holger Köpcke

geb. 1954 in Heide / Holst.
lebt in Buxtehude

Köpckes über Jahre hinweg entstandene Bildserie „Containersides“ setzt sich aus Makroaufnahmen und Detailvergrößerungen zufällig enstandener Oberflächenstrukturen von Schiffscontainern aus dem Hamburger Hafen zusammen, die neben ihrer ästhetischen Komponente auch als „Symbol der Globalisierung“ betrachtet werden können.
Günter Kuschmann

geb. 1944 in Wien
Studium Kunst, Grafik, Fotografie und Bühnenkunst an der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf
lebt in Düsseldorf und bei Orvieto

Kuschmann arbeitet mit dem ständig verfügbaren medialen Bildinventar. So werden die Bildvorlagen durch manuelle Eingriffe an der Fotoschicht verändert und durch digitale Überlagerungen mittels Motivfetzen und Strukturen so lange hinterfragt, bis sich vieldeutige Bildräume und Motivelemente im Wirkungsgefüge von Wahrnehmung, Erinnerung und Vorstellung ergeben. Als Konsequenz zeigen sich bildaktive Lösungen, deren komplexe Strukturen Grundsätzliches und Spezielles, Konkretes und Abstraktes, Vertrautes und Unvertrautes kraftvoll neu zusammenfügen.
Gerhard Langenfeld

geb. 1955 in Saulgau
Studium an der Kunstakademie Stuttgart bei Prof. Rudolph Haegele (Malerei) und Prof. Peter Grau
Mitglied im Deutschen Künstlerbund und im Künstlerbund Baden-Württemberg
2008 Kunstpreis der Hohenzollerischen Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen
lebt in Bad Saulgau

Bei seiner Lack- und Foto-Installation „Ferrari, rosso corsa hell“ setzt sich Langenfeld am Beispiel der Farbe Rot, und zwar keinem gewöhnlichen Rot, sondern dem legendären Ferrari-Rot, mit dem Thema Bild und Abbild, Sein und Schein, echt und unecht auseinander: zwei professionell lackierte Aluplatten hängen vis a vis zweier Fotografien just eben jener Lackplatten. Welche sind Original, welche Fotografie? Obwohl die beiden Teile nicht identisch sind und sich deutlich unterscheiden, ist es frappierend, wie „echt“ die Fotografie wirkt. Sie ist zwar wärmer im Ton, mit leichten Reflexionen und Farbmodulationen bis ins Orange-Rot, doch in ihrem Charakter und ihrer Aura erstaunlich authentisch; auch noch so genaues Schauen reicht kaum mehr aus, um sich Klarheit zu verschaffen; hier scheint eine zweite Ebene entstanden zu sein, die losgelöst vom ursprünglichen Bedeutungszusammenhang eine eigene Realität widerspiegelt.

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Alexander Lauterwasser

geb. 1951 in Überlingen / Bodensee
Studium der Philosophie und Psychologie in München u. Heidelberg
lebt in Heiligenberg

Alexander Lauterwasser bemüht sich um die Sichtbarmachung der gestaltbildenden Kräfte von Schwingungen, Klängen und Musik vor allem im Resonanzmedium Wasser. Das Wasser antwortet auf die Schallwellen mit Wellenbewegungen auf seiner Oberfläche; die dabei entstehenden Interferenzmuster können durch besondere Beleuchtung sichtbar gemacht und photographiert werden.

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