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© VG Bild-Kunst 2011
Simone Demandt

geb. 1959 in Dortmund
Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
2009/2010 Professur für Künstlerische Fotografie an der Hochschule der Bildenden Künste Saar
lebt in Baden-Baden

Demandt fühlt sich von der technischen und künstlerischen Vielgestaltigkeit der Fotografie herausgefordert und ist davon überzeugt, dass sie ebenso wie andere künstlerische Gattungen nicht in Konventionen eingeengt sein sollte; seit 1992 laufen daher Werkgruppen mit abstrakten Arbeiten parallel zu abbildlichen Reihen wie der Werkgruppe „Dunkel Labore“; in den abstrakten Arbeiten verbindet Demandt freies Komponieren und Gestalten von Formen und Farben auf einer Fläche mit eben jenem Medium, das gemeinhin Authentizität verheißt, scharfe und genaue Darstellung suggeriert, Fenster zur und Spiegel der Welt sein soll und wie kein anderes Medium mit Erwartungen an technische Perfektion und Raffinesse überfrachtet ist.

Publication / Exhibition
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Liz Deschenes

geb. 1966 in Boston / Massachusetts
Studium an der Rhode Island School of Design
lebt in New York

Liz Deschenes’ fotografisches OEuvre beschäftigt sich mit Bedingungen der Fotografie und ihren Komponenten, der Wahrnehmung und den gegenseitigen Wechselbeziehungen mit anderen künstlerischen Medien sowie nicht zuletzt mit der Architektur, im Rahmen derer ihre Arbeiten gezeigt werden. Deschenes’ Arbeiten erlauben einen selbstreferentiellen Blick auf das Medium, das von seinen Funktionen befreit ist und die eigenen Rahmenbedingungen zum Thema erhebt.

Seit einigen Jahren arbeitet Deschenes fast ausschließlich mit Fotogrammen, Bildern, die ohne Kamera erzeugt werden, eine Technik, die so alt ist wie die Fotografie selbst. Traditionell dient sie zur Abbildung von Silhouetten. Objekte werden auf fotosensitives Papier gelegt und dieses dann belichtet, wobei Deschenes auf diese äußeren Referenzen verzichtet. Ihre Arbeiten entstehen, indem sie Fotopapiere über mehrere Stunden im Freien (meist) dem Nachtlicht aussetzt, danach fixiert und mit Tonern behandelt. Je nach Einsatz und Wahl unterschiedlicher Fotochemikalien entstehen dabei Oberflächen, die schwarz, weiß, silber- oder goldfarben, glänzend oder matt sind. Hinzu kommen äußere Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Die Chemikalien und das Handling der Künstlerin hinterlassen Oberflächen, die Schlieren und Flecke sowie Hand- und Fingerabdrücke der Künstlerin aufweisen.

Publication
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Jan Dibbets

geb. 1941 in Weert / Niederlande
Studium an der St. Martin's School of Art London
1984-2004 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf
lebt in Amsterdam

Dibbets zählt zu den wichtigsten Vertretern europäischer Konzeptkunst, wobei ihn insbesondere Phänomene der Wahrnehmung, Sinnestäuschung und Illusion interessieren und ihm dabei die Fotografie als Untersuchungsgegenstand dient; so fotografierte er für seine Serie „
Colour Sudies“ den Lack von Autos rund um sein Amsterdamer Atelier und schuf damit Bilder, die gleichermaßen figurativ wie abstrakt sind: durch ihre Ausschnitthaftigkeit wirken sie wie abstrakte Gemälde, gleichzeitig repräsentieren sie industriell gefertigte Objekte, Farben und deren Lichtreflexe.

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Götz Diergarten

geb. 1972 in Mannheim
Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Bernd Becher und an der Hochschule für Gestaltung Zürich
2010 Pfalzpreis für bildende Kunst, Pfalzgalerie Kaiserslautern
2005 Hasselblad-Stipendium, Hasselblad Foundation
lebt in Frankfurt a.M.

In seinen typologisch angelegten Serien untersucht Diergarten das Erscheinungsbild alltäglicher Architekturen; dabei sind seine Werke geprägt vom klaren, dokumentarischen Stil seines Lehrers Bernd Becher, jedoch ist bei ihm die konzeptuelle Verbindung von Typologie und Farbe wesentlich; seine Arbeiten bezeichnet er selbst als Fotobilder.

Publication
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Klaus Dierßen

geb. 1949 in Hildesheim
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Meisterschülerdiplom
1977-2012 Dozent/Professor für Bildende Kunst und Fotografie am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim
Ordentliches Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)
lebt in Hildesheim

Die Werke von Klaus Dierßen spiegeln eine Auseinandersetzung mit künstlerischen wie gleichermaßen kulturell-gesellschaftlichen Strukturen wider. Zeichenhaft abstrahierte und codierte Bilder- und Objektwelten werden hierbei ästhetisch reflektiert, indem sie künstlerisch-konstruktiv neuerlich umgestaltet werden, Bilderrätsel allenthalben, aber gleichwohl auch Schattenbilder im Grauzonenbereich.

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Klaudia Dietewich

geb. 1959 in Freudenberg / Siegerland
lebt in Stuttgart

Dietewich fotografiert bevorzugt Spuren menschlichen Handelns auf Straßen, Wegen und Plätzen; die so entstandenen Fotos werden anschließend bearbeitet, durch die Auswahl eines Bildauschnitts und Vergrößerung verändert sowie mit Ort, Datum und Zeit der Entstehung versehen, sodass die Arbeiten durch Reduktion und Transformation eine neue Qualität der Abstraktion gewinnen und sich inhaltliche Konnotationen wie eine Ästhetik des Fehlerhaften und Unbeachteten oder Parallelen zwischen dem allmählichen Verschwinden der eingefangenen Spuren und der Flüchtigkeit menschlicher Existenz ergeben.

Website / Bildserie
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Exhibition

Thomas Eigel

geb. 1959 in Wuppertal
Studium an der Universität Bonn
lebt in Hamburg

Bewegung und das Reisen sind seit langem wiederkehrende Themen in Thomas Eigels fotografischen Arbeiten, wobei er seine Aufnahmen der Serie „
Voyages“ durch digitale Eingriffe und Verwischungen dynamisiert und in ihrer Wirksamkeit steigert, um so das Dilemma von Zeitstrom und Augenblick zu problematisieren. Eigel bewegt sich dabei entlang des Trennungswalls zwischen beliebigem und selektivem Sehen, zwischen bedeutungslosem Wahrnehmen und neugieriger Verdeutlichung. Entlang seines Limes schwappt beides über, vermengt sich, sodass sich ein diffuser Tatbestand ergibt. Durch Überlagerung von Sequenz und Vereinzelung, versinnlicht als Abstraktion und Metapher, beides in transparenten Schichtungen, weisen die Arbeiten den Weg heraus aus dem Wust unverbindlicher Bilder.

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Stefan Fischer

geb. 1960 in München
Dipl.Ing. Elektrotechnik - Studium an der TU München, Staatl. geprüfter Musiklehrer - Studium am Richard-Strauss-Konservatorium München
Ausstellung des Bildes „
abstraction“ im Rahmen der Ausstellung Wasser - Fantasie und Wirklichkeit“ der messmer foundation (Riegel am Kaiserstuhl), Ausstellung „WATER VIBRATION der Stiftung s-BC pro-arte (Biberach a. d. Riss)
lebt in Sonthofen

Nicht die Natur zu verändern, um Kunstwerke zu schaffen, sondern diese Form der Ästhetik in der Natur zu entdecken und zu transformieren, ist die Intention von Fischers Arbeit, die versucht, ausgewählte Momente der unendlichen visuellen Vielfalt des Elementes Wasser in Fotografie, Videos und Überblendprojektionen darzustellen. Nur höchste Mobilität - u.a. per Fahrrad - Kondition und Spontaneität bei relativ leichter Ausrüstung ermöglichen es ihm, diese unwiederbringlichen Augenblicke fotografisch einzufangen. Die oftmals unscheinbaren, nur bei genauem Hinsehen und unter speziellen Blickwinkeln und Perspektiven zu betrachtenden Phänomene sind dabei oft nur unter hohem Einsatz und Risiko zu fotografieren und zu entdecken. Im Prozess der anschließenden digitalen Ausarbeitung der wenigen, nach einem strengen Verfahren ausgewählten Fotografien versucht der Künstler, den natürlichen Eindruck zu erhalten und gleichzeitig seine eigene Interpretation bzw. Vision des Bildes zu realisieren.
Adam Fuss

geb. 1961 in London
lebt in New York

Seit 1987 entwickelt Fuss Werke mit konzentrischen Kreisen, indem er beleuchtetes Wasser durch Gegenstände stört, und erweitert diese zu tunnelartigen Konstruktionen, wobei diese spiralförmigen Arbeiten ohne Titel insofern Zeit versinnbildlichen, als sie sich - über Stunden belichtet - gleich einem fotografischen Universum in die Ferne zu winden scheinen.

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Klaus von Gaffron

geb. 1946 in Straubing
Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
lebt in München

Ausgangspunkt von Klaus von Gaffrons Fotoarbeiten sind Alltagsgegenstände, die aus der Nahsicht ausschnitthaft fotografiert und durch Unschärfe in abstrakte Formen aus Licht und Farbe aufgelöst werden. Die Motive von Bildserien sind aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen und die so entstandenen Bilder zu mehrteiligen Tableaus zusammengefasst, sodass sich jeweils ein Gesamtbild aus einer Reihung von Einzelbildern ergibt; die vom Künstler „gewollte“ Gesamtkomposition besteht somit aus mehr oder weniger zufällig entstandenen Bildkompositionen und ist zugleich mehr als die Summe iher Teile, indem sie die Intensität der Farben und Formen sowie die Suggestion von Tiefe und Bewegung zusätzlich steigert - nicht zuletzt deshalb, weil sie das Momenthafte und Zufällige Abstrakter Fotografie mit dem auf Ausgewogenheit und Spannung abzielenden Kompositionsprinzip Abstrakter Malerei verbindet.

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